Freelance oder selbständig?

Als freie Mitarbeiterin oder freier Mitarbeiter  entscheiden Sie grundsätzlich selber, in welcher Form Sie freischaffend tätig sein wollen. Alle Formen – wie z.B. Freelancer, selbständige Erwerbstätigkeit, GmbH – haben Vor- und Nachteile.  Das Steuerliche ist leider auch etwas komplex –  und ebenso wichtig.

FreelancerIn
..Als Freelancerin oder Freelancer arbeiten Sie im Auftrag eines Unternehmens für einen bestimmten Auftrag oder ein bestimmtes Auftragsfeld.
..Sie sind eine freie Mitarbeiterin, ein freier Mitarbeiter für einen Einzelauftrag oder ständige freie Mitarbeiter als Freelancer.
..Auf Ihrem Honorar werden Ihnen als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer die Sozialversicherungen abegezogen. Gleichzeitig bezahlt jedoch auch der Arbeitgeber seinen Anteil an die Sozialversicherungen für sie, die Ihrer AHV- und Pensionskasse zu Gute kommen. Wenn Sie beispielsweise Ihre Mitarbeit via eine eigene GmbH abrechnen, bezahlen Sie beides: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge, was insgesamt rund 25 % der Lohnsumme ausmacht und in das Honorar einberechnet werden soll.
..Sie sind gegen Betriebsunfall, jedoch erst bei einem Pensum von mehr als 20 % gegen Nichtbetriebsunfall versichert.
..Sie versteuern Ihr Einkommen als Arbeitnehmende

Fazit: Die freie Mitarbeit als FreelancerIn lohnt sich aus Sicht der Versicherungen und Altersvorsorge womöglich dann, wenn eine über eine gewisse Zeit dauernde Zusammenarbeit besteht.

Selbständig Erwerbende
Als selbständig Erwerbende(r) arbeiten Sie im eigenen wirtschaftlichen Risiko für ein Unternehmen. Sie sind im Unterschied zu FreelancerInnen selber für Ihre Versicherungen und auch für ihre Altersvorsorge zuständig.
Der Arbeitgeberbeitrag an ihre Sozialversicherungen fällt also weg respektive Sie sind selber dafür verantwortlich.
Manchmal wird von Medienhäusern die selbständige Tätigkeit nur anerkannt, wenn ein Beleg der eidgenössischen Ausgleichskasse vorgelegt wird, welche die Selbständigkeit bestätigt. Die Ausgleichskasse hat ein Merkblatt erarbeitet, das die selbständige Tätigkeit näher umschreibt.

Gesetzlicher Kontext: Das Schweizer Gesetz definiert den Status der Selbständigkeit in sehr beschränktem Masse: «Als selbständig erwerbend gelten Frauen und Männer, die unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung arbeiten und in unabhängiger Stellung sind und ihr eigenes wirtschaftliches Risiko tragen.» Oft wird von Medienhäusern die selbständige Mitarbeit anerkannt, wenn ein Beleg der eidgenössischen Ausgleichskasse vorgelegt wird, welche die Selbständigkeit bestätigt.

Ein eigene GmbH
Manche Freischaffende arbeitet im Namen einer eigenen GmbH. Was im Journalismus noch eher unüblich ist, ist bei Filmschaffenden und ÜbersetzerInnen bereits gang und gäbe. Wir haben noch wenig Erfahrungen mit dieser Form – und erhalten gerne Ihre Inputs, wie auch zu obigen Berufsformen. Wichtiger Hinweis: Da Sie beide, die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge bezahlen, sollten die Sozialabgaben unbedingt auf die reine Arbeitshonorarsumme drauf geschlagen werden. Sie betragen insgesamt rund 2 x 13 %.

Mischformen?
Ja, Mischformen sind möglich, wie es auch das Merkblatt der eidgenössischen Ausgleichskasse zur Selbständigkeit dokumentiert.

« Ob eine versicherte Person im Sinne der AHV selbständig erwerbend ist, beurteilt die Ausgleichskasse im Einzelfall für das Entgelt der jeweiligen Tätigkeit. Das heisst, es ist nicht ausgeschlossen, dass die gleiche Person für eine andere Tätigkeit als unselbständigerwerbend beurteilt wird. Massgebend für die Beurteilung der Ausgleichskasse sind die wirtschaftlichen Verhältnisse und nicht die vertraglichen. »

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