« Dorthin gehen, wo es weh tut » – In Gedenken an René Zeller

Todesfall: Journalist René Zeller ist verstorben
(Bild: NZZ)

Einer, der auch junge JournalistInnen stets förderte und Freischaffenden positiv gegenüber stand, ist gestorben: René Zeller, langjähriger NZZ-Inlandchef und Mitgründer der NZZaS ist mit erst 55 Jahren verstorben. Das Vorstandsteam der FBZ nimmt betroffen Kenntnis von seinem Tod und bleibt René Zellers Arbeit mit grossem Respekt und Dankbarkeit verbunden. Seiner Familie und seinen Freunden entbieten wir unser herzliches Beileid. 

René Zeller war von Anfang an ein Ausnahmejournalist. Und René Zeller war eine Ausnahmeerscheinung im Schweizer Journalismus. Denn nebst seiner journalistischen Arbeit und Leitungsfunktionen hat er immer auch den Journalismus als Ganzes im Blick gehabt.

So hat er als NZZ-Inlandchef bei Tages-NZZ und Mitgründer der « NZZ am Sonntag » nie einfach auf Altbewährtes und Altbewährte gesetzt, sondern immer auch junge Journalistinnen und junge Journalisten gefördert. Auch Freischaffenden als Teil einer vielseitigen, starken Medienlandschaft stand Zeller stets offen und voller Respekt gegenüber.

Journalistische Tatkraft und sprachlicher Biss waren ihm in seiner eigenen Arbeit und jener seiner Mitstreiter wichtig. Wie wenige andere war er dabei nicht nur im Blatt, sondern auch im redaktionellen Umgang von einem echten « Frei-Sinn » angetrieben. Kein engstirniger Besserwisser, sondern ein zuweilen spitziger, diskussionslustiger Journalist alter Schule, dabei modernen Zugriffen und Innovation stets offen eingestellt.

Er nahm sich auch Zeit, an Diskussionen zur Entwicklung des Journalismus aktiv teilzunehmen, so 2007 an der engagierten FBZ-Diskussionsrunde im Cabaret Voltaire, als Gratiszeitungen, Börsengang und das Web dem Qualitätsjournalismus den Boden abzugraben begannen. Seiner Wertschätzung der Leistung der freischaffenden JournalistInnen gab er u.a. 2014 Ausdruck, als er als NZZ-Inlandchef und Mitglied der Chefredaktion die FBZ zu einem Besuch  in die damals neu konzipierte NZZ-Redaktion mit Newsroom einlud – persönliche Führung, die natürlich auch einen Besuch des altehrwürdigen NZZ-Sitzungszimmer mit NZZ-Ahnengalerie beinhaltete, um Sinn und Herkunft (s)eines freisnnigen Journalismus nie zu vergessen.

In seinem Sinne weiter arbeiten. Als Aufruf der Nachruf von Markus Haefliger im Tages-Anzeiger. Wir werden René Zeller in respektvollem Gedenken erinnern.